Architekt
Produkte & Leistungen
Bodenplatten ● Mauersteine ● Pflaster
Location
Schloßplatz, 42659 Solingen
110 Meter über der Wupper thront die mittelalterliche Festung Schloss Burg. Das geschichtsträchtige Ensemble, dessen Wurzeln bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen, besticht durch seine eindrucksvolle Silhouette aus massiven Mauern, gewaltigen Torbögen und sonnenexponierten Terrassen. Einst war sie Stammsitz der Grafen von Berg, die dem Bergischen Land seinen Namen gaben. Heute ist sie das beliebteste Ausflugsziel des Bergischen Landes.
Der Weg hinauf zur Festung ist so vielfältig wie die Anlage selbst: Ob sportiv über die schmalen Pfade der Burgstiege, entspannt in den Gondeln der Seilbahn oder klassisch über die kurvenreichen Zufahrtsstraßen.
Im Auftrag der Stadt Solingen realisierten DTP Landschaftsarchitekten eine umfassende Revitalisierung der Freianlagen, die historische Authentizität mit moderner Funktionalität verbindet und die Anlage als wirkungsvollen Raum für Kultur, Märkte und Tourismus neu inszeniert.
Auf einer Gesamtfläche von über 5.000 m² kamen dabei vor allem belgrano® Grauwacke-Pflaster in verschiedenen Formaten sowie maßgefertigte Sonder-Mauerwerke zum Einsatz.
Das Gestaltungskonzept folgt einem klaren Narrativ: Je tiefer der Besucher in den Kern der Anlage vordringt, desto ursprünglicher wird die Bauweise. Während im Außenbereich belastbares Kleinpflaster dominiert, führen im Inneren historisierende, ungebundene Pfade durch die Anlage. Ergänzt wird dies durch massive Spaltquader & Grauwacke-Splittmulch, die das historische Gesamtbild vervollständigen.
So entstand ein robuster und zugleich atmosphärischer Rahmen, der heute die ideale Bühne für Kulturveranstaltungen, traditionelle Märkte und den modernen Tourismus bietet.
Seit dem 12. Jahrhundert prägt lokaler Sandstein das Bild der Anlage. Die Verwendung der Bergischen Grauwacke aus Lindlar war denkmalpflegerisch zwingend vorgegeben. Kurze Transportwege aus dem regionalen Steinbruch ermöglichen eine exzellente CO₂-Bilanz.
Der gewählte Naturstein überzeugt außerdem durch seine hohe Belastbarkeit, die für die intensive Nutzung des Areals essenziell ist. Geologisch betrachtet handelt es sich bei der Grauwacke um einen besonders harten, sedimentären Sandstein, der durch seine mineralische Zusammensetzung eine enorme Druckfestigkeit und Verwitterungsbeständigkeit aufweist. Damit bietet das Material eine solide Basis für Kulturveranstaltungen, Märkte und hohe Besucherfrequenzen. Zudem trotzt das Gestein den klimatischen Herausforderungen der exponierten Hanglage. Über die beachtlichen Höhenmeter hinweg erweist es sich als extrem frostbeständig und unempfindlich gegenüber den Witterungseinflüssen am Berg.
Eine besondere Maßarbeit erforderte die Topografie der Schlossanlage: Für die abfallenden Mauern wurden 100 m² belgrano® Mauersteine als Sonderentwicklung realisiert. Diese wurden präzise gesägt und mit einer geflammten Ansichtsfläche versehen, um den Übergang zum schroffen Naturfels handwerklich zu moderieren.
Die Realisierung des Projekts glich einer logistischen Meisterleistung. Die extreme Steilhanglage und der akute Platzmangel vor Ort erforderten ein strenges Just-in-Time-Verfahren, das durch eine präzise Taktung aller Beteiligten – vom Steinbruch über BESCO und die Logistikpartner bis hin zur Baustelle – ermöglicht wurde.
Die bauliche Ausführung der komplexen Außenanlagen lag in den Händen der Ringbeck GmbH. Die spezialisierten Pflasterarbeiten wurden durch die Fa. Marko Vucak aus Dortmund ausgeführt. Erst das Zusammenspiel dieser handwerklichen Expertisen ermöglichte die präzise Umsetzung der anspruchsvollen Planung unter den schwierigen Bedingungen des Steilhangs.
Trotz der anspruchsvollen Topografie gelang durch eine durchdachte Planung eine barrierearme Erschließung des Ensembles. Die natürliche Griffigkeit der belgrano® Grauwacke, ein akribischer Fugenschnitt und taktile Leitstreifen ermöglichen heute eine hohe Nutzungsflexibilität und Inklusion. So entstand ein barrierefreier, inklusiver Raum, der den historischen Charme der Anlage wahrt, ohne optische Stilbrüche im denkmalgeschützten Kontext zu riskieren.
Ein besonderer Dank gilt dem Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten sowie allen beteiligten Partnern für die erstklassige Zusammenarbeit bei der Realisierung dieses anspruchsvollen Vorhabens.
Bildnachweis: © Nikolai Benner, mit freundlicher Unterstützung von DTP Landschaftsarchitekten
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