Architekt
Produkte & Leistungen
Bodenplatten ● Sonderelemente ● Treppenbeläge
Location
Berta-Cramer-Ring, 65205 Wiesbaden
Das neue medizinische Forschungszentrum am Berta-Cramer-Ring in Wiesbaden zeigt, dass wissenschaftliche Arbeitsplätze keine unterkühlten Technikbauten sein müssen. Das Wiesbadener Architekturbüro grabowski.spork architektur realisierte einen Entwurf, der sich bewusst von anonymen Funktionsbauten abhebt. Die Architekten setzten auf eine nachhaltige Substanz, die durch den gezielten Einsatz von belgrano® Naturstein eine besondere räumliche Qualität erhält. Entstanden ist ein moderner Arbeitsort, der den hohen funktionalen Ansprüchen wissenschaftlicher Räumlichkeiten gerecht wird und gleichzeitig ein wohnliches, gesundes Umfeld für die tägliche Forschungsarbeit bietet.
Die Geschichte dieses Neubaus nahm ihren Anfang im Frühjahr 2020 während der Hochphase der Corona-Pandemie. Die äußeren Bedingungen waren dabei alles andere als einfach. Städtische Entscheidungsprozesse kamen durch den Lockdown phasenweise zum Erliegen, weshalb auch der Grundstückserwerb deutlich ins Stocken geriet.
Doch die FYRA Immobilienverwaltungs KG bewies als Bauherrin einen langen Atem. Anstatt das Gebäude als rein renditeorientierte Gewerbeimmobilie zu betrachten, agierten die Bauherren mit der Ambition und Leidenschaft eines privaten Bauvorhabens. Diese besondere Herangehensweise, gepaart mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Architekten, eröffnete Freiräume für gestalterische Entscheidungen. Während bei Standardprojekten oft der Fokus auf kurzfristigen Einsparpotenzialen liegt, priorisierte man hier konsequent die langfristige Wertentwicklung und Materialqualität.
Die Architekten entwarfen eine markante Doppelkammstruktur mit einer BGF von 10.400 und Mietfläche von rund 6.200 Quadratmetern. Die Anordnung aus zwei- und dreigeschossigen Gebäuderiegeln gliedert das Volumen in elf flexibel nutzbare Einheiten ab 500 Quadratmeter Mietfläche. Das Spektrum ist dabei bewusst breit angelegt: Es reicht von modernen Büroarbeitsplätzen bis hin zu hochspezialisierten Laborumgebungen (S2/S2), die höchste Anforderungen an Hygiene und Sicherheit erfüllen.
Das konstruktive Herzstück des Baus sind die lastabtragenden Wände als monolithisches Mauerwerk aus Poroton-Ziegeln. Durch diese massive Bauweise konnte auf eine zusätzliche Außendämmung vollständig verzichtet werden. Die Reduktion auf wenige, natürliche Materialien wie Ziegelmauerwerk und mineralischen Putz bildet die ideale Bühne für den konsequenten Einsatz von belgrano® Naturstein. Prägend für die Innenräume ist der creme-beigefarbene Kalkstein, der als gestalterisches Rückgrat des Gebäudes fungiert.
Die Wahl des Steins war das Ergebnis eines intensiven Abstimmungsprozesses, bei dem die Wirkung von Materialität und Haptik im Fokus stand. Jan Spork, Architekt und Geschäftsführer von grabowski.spork, erinnert sich: „Wir haben uns das Thema Bodenbelag haptisch erarbeitet. Es ging erst einmal darum, die schönste Oberfläche zu finden.“ Für ihn war diese Entscheidung essenziell für den Charakter des gesamten Hauses: „Wir hätten problemlos einen industriellen Kunststein wählen können, doch dann fehlte dem Gebäude jene spezifische Seele, die einen Raum erst zu einem echten Lebensraum macht.“
Der belgrano® Naturstein dient dabei nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als verbindendes Element, insbesondere in der 80 Meter langen Magistrale. „Wenn man durch den Raum blickt und sieht, wie der Stein als einheitliche Fläche durch das Gebäude fließt, ist das ein echter Genuss für das Auge“, so Spork. „Um diese homogene Wirkung zu erzielen, haben wir intensiv am Fugenbild gearbeitet und den Kontrast bewusst minimiert.“
„Die Entscheidung für großformatige Platten jenseits gängiger Standards war ein bewusster Schritt, um der Fläche eine maximale Wirkung zu verleihen. ‚Die Verarbeitung dieser Sonderformate war eine anspruchsvolle Aufgabe für das gesamte Team‘, räumt Spork ein. „Doch wer heute die großzügige Anmutung der verlegten Flächen sieht, versteht sofort, warum wir so konsequent an diesem Format festgehalten haben.“
Fragt man Herrn Spork nach der Essenz dieses Projekts, fasst er sie mit drei Begriffen zusammen: Klare Struktur, Disziplin, Qualitätsbewusstsein. Das zeigt sich auch bei der Haustechnik. Statt einer energieintensiven Klimaanlage setzt das Gebäude auf Erdsonden zur Kühlung und auf natürliche Lüftung durch bodentiefe Fenster.
In Wiesbaden ist kein austauschbarer Zweckbau entstanden, sondern ein Ort, der Handwerk, Nutzer und Standort gleichermaßen respektiert. Das Forschungszentrum zeigt, wie nachhaltige Technik und hochwertige Materialien zusammenwirken.
Erfahren Sie mehr über den Einsatz und die Verwendungsmöglichkeiten von Naturstein.
„Wir hätten problemlos einen industriellen Kunststein wählen können, doch dann fehlte dem Gebäude jene spezifische Seele, die einen Raum erst zu einem echten Lebensraum macht.“
Fassaden & Innenböden