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Projektdatenbank - Hamburg | Herbert-Wehner-Platz

Architekt

Produkte & Leistungen

Bodenplatten ● Pflaster ● Sitzelemente ● Sonderelemente

Location

Herbert-Wehner-Platz, 21073 Harburg

Ein Monument des flüchtigen Augenblicks

Wie übersetzt man das flüchtige Bild aufsteigender Rauchringe in tonnenschweren Granit? In Hamburg-Harburg wurde genau diese Herausforderung zum Leitmotiv für eine außergewöhnliche Stadtmöblierung. Fünf monumentale Ringe aus hellem Naturstein bilden heute das Herzstück des neu gestalteten Herbert-und-Greta-Wehner-Platzes. Sie sind die bauliche Antwort auf ein unverkennbares Markenzeichen des Namensgebers: Herbert Wehners allgegenwärtige Pfeifenrauchwolken.

Ein Platz mit biographischer Seele

Mit einer Länge von 140 Metern bildet der Herbert-und-Greta-Wehner-Platz die zentrale Schnittstelle zur Harburger Innenstadt. Als hochfrequentierter Übergang zwischen dem Phoenix-Center, den Harburg Arcaden und der Fußgängerzone Lüneburger Straße wurde das Areal im Zuge des Ausbaus der Veloroute 11 grundlegend neu geordnet.

Die Neugestaltung durch POLA Landschaftsarchitekten zeigt dabei, wie biografische Motive in funktionales Objektdesign übersetzt werden können. Herbert Wehner, der über 34 Jahre die politische Landschaft Deutschlands prägte, war ohne seinen Pfeifenkonsum kaum denkbar. Die Planer verwandelten dieses charakteristische Bild in eine dauerhafte sowie physisch erfahrbare Form aus Stein.

Materialkontrast als Designprinzip: Klinker trifft auf belgrano® Naturstein

Das 6.000 Quadratmeter große Areal wurde mit einem rötlichen Klinkerpflaster im klassischen Fischgrätmuster belegt. Diese Wahl fungiert als Hommage an Wehners markante Tweed-Anzüge. Die Textur des Fischgrätmusters überträgt die Anmutung des gewebten Stoffes in den urbanen Raum und schafft so eine geordnete, fast wohnliche Atmosphäre. Doch erst im Zusammenspiel mit dem hellen Naturstein der Sitzelemente entfaltet der Platz seine volle ästhetische Spannung. Während der Klinker die warme und kleinteilige Basis bildet, setzen fünf großdimensionale Granitringe monumentale Akzente.

Fünf Granitringe als identitätsstiftende Sitzskulpturen

Gefertigt aus hellem belgrano® Granit der BESCO Berliner Steincontor GmbH, verleihen die Ringe dem Platz durch ihre variierenden Radien eine dynamische Rhythmik. Während vier der Ringe locker gruppiert die Platzfläche bespielen, zieht das größte Element alle Blicke auf sich: ein monumentales Rundsofa, das durch eine Außenlänge von rund 35 Metern beeindruckt. Passanten nutzen die massiven Flächen intuitiv, um Einkäufe abzustellen, kurze Pausen einzulegen oder sich in Ruhe zu unterhalten.

Millimeterarbeit im Großformat: Von der Handzeichnung zum Monument

Am Anfang stand eine einfache, intuitive Handzeichnung der Architekten, welche die Vision der fließenden Formen bereits skizzierte. Um daraus baureife Elemente zu entwickeln, unterstützten BESCO und die beteiligten Produzenten die Planer dabei, die Entwürfe in präzise technische Vorgaben zu übersetzen. In zielgerichteten Abstimmungen wurde die Form konsequent für die Steinbearbeitung optimiert, um Ästhetik, Statik und Normenkonformität zu vereinen.

Diese Vision wurde schließlich in digitale Datensätze übertragen. Die Umsetzung erforderte höchste Präzision. Damit die Formen ohne optische Brüche fließen, mussten die digitale Planung und die maschinelle Fertigung perfekt übereinstimmen.

Naturstein als nachhaltige Lösung

Im Vergleich zu vielen künstlich hergestellten Baustoffen überzeugt belgrano® Granit durch eine exzellente Primärenergiebilanz und eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer. Während die Produktion von Beton oder Verbundmaterialien oft energieintensiv ist, punktet das Naturprodukt Granit durch seine natürliche Entstehung und eine ressourcenschonende Veredelung.

Ein entscheidender Vorteil im Sinne der Kreislaufwirtschaft ist zudem die Wiederverwendbarkeit des Materials. Die massiven Elemente lassen sich auch nach Jahrzehnten versetzen und an anderer Stelle erneut integrieren. Darüber hinaus erweist sich belgrano® Naturstein im Vergleich zu künstlichen Materialien als vandalismussicher und extrem formstabil.

Ein Ort von Menschen für Menschen

In einer Zeit, in der viele Städte auf austauschbare und kurzlebige Materialien setzen, geht Harburg einen anderen Weg. Die Entscheidung für Naturstein ist dabei weit mehr als eine ästhetische Wahl; es ist eine wertschätzende und ökonomisch weitsichtige Investition in die Aufenthaltsqualität dieses Quartiers.

Der Herbert-und-Greta-Wehner-Platz ist so zu einem sympathischen Ankerpunkt im Stadtgeschehen geworden: ein bleibender Ort für jene Momente, die im Alltag – wie einst Wehners Pfeifenrauch – viel zu schnell verfliegen.

Fußgängerzonen & Stadtplätze ● Gestaltungselemente ● Sitzelemente

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