Ventspils, Lettland

Projekt: Musikschule und Konzerthalle 

Architekt: haas cook zemmrich STUDIO2050

Aufgabe: belgrano® Bodenplatten, Blockstufen, Sockelelemente

Naturstein: Granit

Fotos: Adam Mørk

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Projektbericht

David Cook – BA (hons), Dip. Arch (dist), RIBA, BDA – Partner und Freier Architekt haascookzemmrich STUDIO 2050

Was war die größte Herausforderung bei der Planung und späteren Implementierung?

 

Das Projekt der neuen Musikschule in Ventspils hat eine sehr lange Geschichte; vom Wettbewerb bis zur Fertigstellung im Sommer 2019 vergingen 14 Jahre. Über diesen langen Zeitraum ein Maß an Kontinuität und Beständigkeit zu erreichen, war ohne Zweifel die größte Herausforderung. Während dieser 14 Jahre wurden viele Änderungen und unterschiedliche Ziele auf das Projekt angewandt. Das Verständnis für die Eigenheiten der lettischen Bauindustrie war ebenfalls nicht ohne Probleme, aber solche Herausforderungen tragen auch zur Qualität unserer täglichen Arbeit als Architekten bei. Ohne solche Herausforderungen wäre unsere Arbeit weniger erfüllend. Die Implementierung war mit einer Bauzeit von rund 24 Monaten relativ unkompliziert, was angesichts der Komplexität der Raumgestaltung und der akustischen Anforderungen für den Konzertsaal recht schnell ist.

 

Was war die Motivation für das gewählte Design bzw. worin bestand Ihre Intention?

 

Der ursprüngliche Fertigstellungsauftrag sah die Umwandlung von Lielais laukums vor, einem lange vernachlässigten windgepeitschten öffentlichen Platz im Zentrum der Stadt Ventspils. Die Musikschule wurde von Anfang an als integraler Bestandteil einer unverwechselbaren Stadtlandschaft vorgeschlagen, wobei die neue Topographie einen zentralen öffentlichen Platz umrahmt. Die ausdrucksstarke Form des Daches ist eine Erweiterung dieser Topographie: Als solche wurden das Gebäude und seine Umgebung immer als zusammenhängendes Ensemble gesehen und können daher nicht isoliert betrachtet werden.

 

Wann war Ihnen klar, dass das Projekt nur mit Naturstein erfolgreich sein kann?

 

Die Musikschule wurde auf einem Sockel errichtet, der leicht über dem öffentlichen Platz und den umliegenden Straßen liegt. Der Sockel und die vorspringenden Dachformen ergänzen sich und bilden eine Reihe von geschützten Außenbereichen rund um das Gebäude. Naturstein war eine natürliche Wahl für die Oberfläche des Sockels, da er einen deutlichen Kontrast zu den metallischen Dachflächen darüber bot und die Grasflächen, die den Platz umgeben, ergänzte. Durch die Verwendung des gleichen Steins in verschiedenen Größen konnten wir die Anforderung nach einer optisch homogenen Oberfläche befriedigen. Die Farbe, Maserung und Oberflächenstruktur des Steins tragen zur visuellen Wärme sowohl im Innen- als auch im Außenbereich bei.

 

Was fasziniert Sie an Naturstein?

 

Naturstein bietet unendliche Variationen in Farbe, Maserung und Textur. Dies ermöglicht ein hohes Maß an Individualität für jedes Projekt.

 

Was hat Ihnen an der Arbeit mit BESCO besonders gefallen? Und gibt es ein Beispiel aus dem „Projekttagebuch“?

 

Die Auswahl von Steinen und das Erkennen des Einflusses der Oberflächenbehandlung auf das endgültige Erscheinungsbild ist eine Kunstform für sich. Die Auswahl eines bestimmten Gesteins ist immer schwierig, widersprüchliche technische Eigenschaften schränken häufig deren Anwendung ein. Die unzähligen regionalen / lokalen Bezeichnungen der Gesteine machen Vergleiche und Auswahlmöglichkeiten noch schwieriger. Hierbei ist es essentiell im Dialog auf die Erfahrung eines vertrauenswürdigen Partners zugreifen zu können. Das Eintreffen sorgfältig vorbereiteter Mustersteine in unserem Büro war ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung des Projekts, der es uns ermöglicht hat, dem gewünschten Erscheinungsbild näher zu kommen. Dies kann zwar den Informationsgehalt eines Vor-Ort-Modells nicht ersetzen, war aber stets sehr hilfreich.