München, Schwabinger Tor

Projekt: Schwabinger Tor

Architekt: ver.de landschaftsarchitektur

Aufgabe: belgrano® Plattenbeläge, Pflaster, Bordsteine, Blindenleitsteine, Muldensteine

Naturstein: Diorit, Granit

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Projektbericht

Robert Wenk – Landschaftsarchitekt und Stadtplaner – Mitinhaber ver.de landschaftsarchitektur

Worin bestand die größte Herausforderung bei dem Projekt?

Die größte Herausforderung im Projekt war die Überlagerung so vieler Disziplinen und – in diesem Fall – hunderter Projektbeteiligter, auf allerengstem Raum schon in der Planung vor Ort im Projektbüro. Aber auch später, auf der Baustelle. Dabei wurde teilweise um Quadratmeter Baufreiheit gerungen, sehr viel koordiniert und diskutiert und schlussendlich ein wunderbares und unaufgeregtes Ergebnis erreicht, das keinerlei Rückschlüsse mehr auf all die Schwierigkeit und Herausforderung bei der Koordination, Planung und Umsetzung der Freiflächen zulässt.

Aufgrund der komplexen Bauabläufe musste eine Lösung gefunden werden, um kurzfristig die jeweils benötigten Mengen der richtigen Formate an der Baustelle anzuliefern. Zu diesem Zweck wurden externe Flächen angemietet, auf denen das gesamte Steinmaterial Zug um Zug angeliefert wurde und dort für den kurzfristigen Abruf zu Verfügung stand.

 

Waren Sie mit unserer Zusammenarbeit zufrieden und gibt es hierfür ein Beispiel aus dem Projekttagebuch?

Die Zusammenarbeit mit BESCO, in unserem Falle Herrn Reckling, lief zumeist reibungslos. Es wurden uns große Hilfestellungen bei der Umsetzung schwieriger und teils von Normen abweichender Bauweisen zur Verfügung gestellt. Schlussendlich war immer ein großes Interesse spürbar, das Projekt im Sinne unseres Bauherren und unserer Vorstellungen umzusetzen – was auch an (fast) allen Stellen so gelang.

 

Gibt es noch weitere Anekdoten zum Projekt?

Das Thema der Alterung spielte für uns eine große Rolle, das Natursteinmaterial verändert sich im Laufe der Jahrzehnte. Seinerzeit, als es darum ging, den Bodenbelag für die befestigten Flächen zu wählen, haben wir mit der Bauherrengemeinschaft eine spannende Exkursion durch München gemacht und uns angesehen, wie unterschiedliche Bodenmaterialien sich im Lauf der Zeit verändern. Die Entscheidung fiel auf den robusten, mittelgrauen Naturstein, der dennoch in der Fläche Farbnuancen zeigt.

Es war beispielsweise eine große Herausforderung, das Motiv von Paul Klee als Belagsmotiv auf dem Tramplatz wirtschaftlich darstellbar umzusetzen. Wir haben das Aquarell abstrahiert und letztlich mit nur drei Farbnuancen und wenigen unterschiedlichen Steinformaten umgesetzt.

Bei der Herstellung der Musterflächen schien es zunächst so, als ob das Verlegemuster trotz Vereinfachung noch zu kompliziert gewesen wäre. Sowohl die ausführende Firma, als auch der eilends herbeigeeilte Herr Reckling hatten trotz tatkräftigem Einsatz Probleme die Planungsvorgabe baulich umzusetzen. Nach einigen Versuchen haben wir es gemeinsam schließlich geschafft – und gleichzeitig unsere Verlegemuster mit den Praktikern vor Ort für die Verlegung auf dem gesamten Platz optimiert.

Die Erstellung der Musterflächen war im Sinne der Bauabwicklung damit in mehrfacher Hinsicht hilfreich: zum einen diente sie der Abstimmung mit dem Bauherrn, der damit auf einer ausreichend großen Fläche die unterschiedlichen Varianten beurteilen konnte. Zum anderen diente sie zum Austesten und Optimieren der komplexen Verlegemuster auf dem Hotelvorplatz und dem Tramplatz in Abstimmung mit den vor Ort befindlichen Fachkräften, auf deren wertvolle Erfahrung zurückgegriffen werden konnte.